Quelle: Schweinfurter Tagblatt | erschienen am 13.09.2009

Mit dem singenden Winzer am Wengert

Ein Leben im Weinklang: Gerhard Runge hat auch bald im Fernsehen einen Auftritt



Dürrfeld - Sie sehnen sich nach Natur, nach Kulturlandschaft, nach einem Ort, an dem Sie die Seele baumeln lassen können? Dann folgen Sie doch dem Weinerlebnis-Gästeführer Gerhard Runge bei einem seiner Ausflüge auf den "Dürrfelder Wengert".

Von dort, unterm auf der Höhe aufragenden Kreuz haben Sie einen fantastischen Rundblick auf den nördlichen Steigerwald mit dem 489 Meter hohen Zabelstein, auf die Maintal-Region oder auch auf die ferner gelegene Rhön. Im "Paradies am Weinbergskreuz" holt sich der "Singende Winzer" Gerhard Runge die Inspirationen für seine Lieder. Dort fühlt sich der gebürtige Dürrfelder und bekennende Franke seinen Wurzeln ganz nahe.

Das war nicht immer so. Denn allein mit dem "Struwwelpeter-Sextett" war der heute 54-jährige 17 Jahre lang als Berufsmusiker permanent auf Tour gewesen. Doch irgendwann war diese bewegte, aufregende, stressige Zeit dann auch vorbei, hatte Runge "die Fahrerei da draußen" satt. Und auch den Fakt, mit "importiertem Liedgut" auf fränkischen Weinfesten zu musizieren. Kein "Anton aus Tirol" mehr also und auch nicht mehr Jürgens "Griechischer Wein", das zwar ein schönes Lied sei, aber mit Franken halt überhaupt nichts zu tun habe.
Runges musikalische Antwort sind insbesondere zwei CDs, "Weinlieder" und "Ein Leben im Weinklang", wobei die "Weinlieder" auch zugleich der Startschuss war für das Kerngeschäft von Heike und Gerhard Runge, die musikalische Weinprobe für Reisegruppen und Vereinsfahrten, Verkostung von Frankenweinen. Fränkisches Buffet oder Steigerwälder Häckerbrotzeit, Weinliederprogramm und Weinprobenmoderation sind dabei angesagt auf dem ehemaligen Bauernhof im Dürrfelder Ortskern. Der wurde in einen "kleinen Weinerlebnishof" mit Weinstube und Winzerscheune (Motto: WEIN & FRIENDS) umgestaltet.

"Ein Leben im Weinklang
ist ein Leben im Einklang
ein Leben voll Musik
ein Leben im Glück"

Aus dem Refrain des Titelliedes von der zweiten CD von Gerhard Runge.

Am 20. September schlagen Runges anlässlich von "350 Jahre Silvaner in Franken" im heimischen Hof ein neues Kapitel auf. Mit der Silvaner-Serenade "Neuer Wein und neue Lieder", einem "Weinerlebnis-Konzert" mit dem durch TV-Auftritte populären Vogtland-Sänger Eberhard Hertel, mit Gerhard Runges Tochter Daniela Reimertz (Violine) und der Präsentation der neuen CD "Ein Leben im Weinklang". Und im bayerischen Fernsehen wird der fränkische Interpret auch bald zu sehen sein. In Amorbach war er zu Dreharbeiten für die Sendung "Zum Wohl" mit Gunter Emmerlich. Ausstrahlungstermin ist der 30. Oktober (Beginn 20:15 Uhr). Dann wird Runge mit den Liedern "Komm, ich zeig dir mein Weinland" und "Der rote Wein" vertreten sein.
Gerhard Runge sieht sich als modernen Volksmusik-Interpreten. Was besonders auf seiner ersten CD "Weinlieder" zum Ausdruck kommt. Die ist erfrischend vielfältig, bietet Schlager oder sogar Pop. Letzterer wird bestens präsentiert durch den Song "Franky boy", der nun bald neu aufgelegt wird als Disco-Version. "Das ist mehr oder weniger die fränkische Antwort auf den Anton aus Tirol", so Runge, dessen aktuelle CD "Ein Leben im Weinklang" vor allem schlager-klassisch produziert wurde. Auch da gibt Runge als Solist den Ton an im Gegensatz zu traditionellen Weinliedern, die üblicherweise von Chören dargeboten würden.

Generell betrachtet sich Runge nicht nur als Botschafter für das fränkische Weinland, sondern auch für die gesamte Region Franken. Mit der wollen er und seine aus Volkach stammende Frau Heike nicht nur "Im Weinklang" leben, sondern auch "Im Einklang". So möchte der Nebenerwerbswinzer (0,6 ha Anbaufläche)mit seinem Engagement auch den Erhalt der Kulturlandschaft sichern helfen und dem Sterben der Ortskerne entgegenwirken. Dass Großvater Georg Seufert einst im schmucken, altehrwürdigen Fachwerk-Rathaus Dienst tat, motiviert da genauso wie das Kreuz im "Dürrfelder Wingert". Das ist für Runge die "Antenne zu Gott".